Tag der Provenienzforschung

02.04.2025

Am 9. April 2025 findet zum siebten Mal der Internationale Tag der Provenienzforschung statt. Zahlreiche Kultureinrichtungen in Sachsen-Anhalt arbeiten seit vielen Jahren daran, die Herkunft ihrer Bestände zu erforschen bzw. ihre Sammlungen nach Objekten aus Unrechtskontexten zu durchsuchen. Der 2019 vom Arbeitskreis Provenienzforschung e.V. ins Leben gerufene Aktionstag rückt diese Arbeit in den Fokus der Öffentlichkeit.

 

Die Koordinierungsstelle für Provenienezforschung beim Museumsverband Sachsen-Anhalt betreut derzeit sechs Projekte: 

  • im Danneil-Museum Salzwedel und dem Altmärkischem Museum in Stendal systematische Bestandsprüfung auf NS-Raubgut; seit Februar 2021.
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  • in den Luthergedenkstätten Wittenberg kritische Sichtung der Erwerbungen durch die „Lutherhalle“ in der NS-Zeit und Beforschung von Direktor Oskar Thulin und seiner Netzwerke; seit Januar 2025.
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  • im Museum Schloss Moritzburg Zeitz seit November 2022 Recherche zu Ankäufen graphischer Blätter aus dem regionalen Kunsthandel kurz nach Kriegsende
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  • in der Anhaltischen Gemäldegalerie Dessau systematische Überprüfung der Ankäufe der Gemälde zwischen 1933 und 1945 systematisch auf NS-verfolgungsbedingte Kulturentziehungen; seit Mai 2023.
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  • Grundlagenforschungsprojekt am Städtischen Museum Halberstadt zu den Vorgaben, unter denen Privatbesitz durch staatliche Repressionen und Vergemeinschaftungen nach 1945 in Museen aufgenommen und wieder abgegeben wurde; seit Juni 2023.
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  • Erforschung von rund 110 Objekten in den Franckeschen Stiftungen, die im 19. Jahrhundert von Borneo nach Europa verschifft wurden; seit Dezember 2023

Weitere Informationen zur Koordinierungsstelle Provenienzforschung am Museumsverband Sachsen-Anhalt e.V. finden Sie unter